Es waren 27 junge Leute aus bäuerlichen Kreisen in und um Rohrdorf herum, die sich vor nunmehr fast 75 Jahren, genau gesagt am 18. März 1951, im Gasthaus Wörndl in Rohrdorf zusammen fanden, um die Gründungsversammlung der Jungbauernschaft Rohrdorf abzuhalten.
Als Obmann, wie man damals noch zum 1. Vorstand sagte, wurde der spätere Ehrenvorstand Jakob Opperer gewählt.
Nun hatte man schon fast alles zusammen, was einen richtigen Verein ausmacht, nur eines fehlte noch, und das war die Fahne.
Geld war damals noch rarer als heute, also musste man sich etwas anderes einfallen lassen, um an ein solch kostbares Stück zu kommen. Die Lösung war die Weiterverwendung der Fahne des Arbeitervereins, der zu dieser Zeit nicht mehr existierte. Er hatte sich schon vor dem Krieg aufgelöst.
Als es daran ging, die Fahne weihen zu lassen, zeigte sich, dass dies nur unter einer Bedingung möglich sein würde: Pfarrer Isemann wollte seinen Segen nur dann erteilen, wenn über dem Zeichen der Jungbauernschaft ein Kreuz angebracht würde.
Bis in die heutige Zeit, weist deshalb die Fahne der Jungbauernschaft Rohrdorf als einzige ein Kreuz auf, wenn sie zu festlichem Anlass von der Fahnenabordnung stolz getragen, oder über einem Grab gesenkt wird.
Der Gründung und Fahnenweihe schloss sich schon bald rege Vereinstätigkeit an, wie aus den Protokollbüchern der Gründungsjahre hervorgeht.
Mit Vorträgen zu Glaube, Politik, Heimat und vor allem Landwirtschaft (z.B. über Ackerbau, Schädlings- und Unkrautbekämpfung) entwickelte sich die Jungbauernschaft zu einem eingesessenen, ernst zu nehmendem Verein.
Neben den fachlichen Angeboten bereicherten gesellschaftliche Veranstaltungen das Dorfleben. So war neben Tanzabenden schon bald das Weinfest ein wichtiger Bestandteil im Jahreslauf.
Auch innerhalb des Kreisverbands und mit den übergeordneten Landesverbänden wurde schon früh die Zusammenarbeit und der Austausch gefördert. Ergänzt durch Vereinsausflüge (z.B. in die Pfalz) entstand so ein vielseitiges und abwechslungsreiches Angebot.
Nach der Wahl im Jahr 1960 übernahm Georg Wagner aus Sachsenkam die Aufgabe des 1. Obmanns und leitete den Verein auf altbewährte Weise.
Mit Preismähen, Bergwanderungen und Lichtbildvorträgen wurde das Vereinskonzept stetig den aktuellen Interessen angepasst und man blickte dankbar auf ein bald 20-jähriges Bestehen zurück.
Ab 1972 stand der Verein unter der Leitung von Ludwig Pureiner. Die Aktion Rumpelkammer, Volkstanzabende im Zementwerkssaal und Bastelabende tauchten neu im Vereinskalender auf.
Von 1975 bis 1979 übernahm Jakob R. Opperer (jun.) den Posten des 1. Obmanns und es konnte unter anderem ein Vereinsausflug zum Bayrischen Landtag unternommen werden.
Ab 1979 wurde der Verein unter dem 1. Vorstand Georg Höhensteiger geführt. Mit Radl-Bilder-Suchfahrt und den Fahrten zur Grünen Woche nach Berlin entstanden langjährige Veranstaltungsklassiker.
Ein Festwochenende anlässlich des 30jährigen Bestehens der Jungbauernschaft Rohrdorf feierte man vom 23.05.1981 bis 24.05.1981.
Nach einem Festgottesdienst am Samstagabend folgte ein ausgedehnter Festabend im Gasthaus Stocker. Am darauffolgenden Kreislandjugendtag nahmen 26 Mannschaften teil und stellten sich verschiedenen Geschicklichkeits- und Wissensaufgaben. Die Wettkämpfe fanden auf dem Grund des Zementwerks statt, die Siegerehrung erfolgte wieder im Stockersaal in Rohrdorf.
Neben sportlichen Veranstaltungen wie Völkerballturnier und "Soafnkistlrenna" feierte 1982 das "Sautrogrennen" am Hochstrasser See Premiere.
Im Jahre 1983 fiel die Wahl für den 1. Vorstand auf Stefan Opperer. Turniere im Hufeisen werfen, gemeinsame Wiesnbesuche, Schulungsfahrten nach Grainau, Sonnwendfeuer und Eisstockturniere waren die bestimmenden Ereignisse der nächsten Jahre.
Am 03. März 1989 wurde dann Georg Wagner jun. als Vorstand gewählt und man organisierte 1990 das Maibaumaufstellen am Platz vor dem Gemeindeamt.
Auch international öffnete die JB ihre Türen, als im selben Jahr 30 Besucher aus Odessa (ehem. UDSSR) zu Gast in Rohrdorf von der Jungbauernschaft betreut wurden. Ein Gegenbesuch von sechs Jungbauernschaftlern folgte noch im selben Jahr.
Im Jahr 1991 freute man sich das 40-jährige Jubiläum der JB. Ein Festzelt am Turner-Hölzl wurde organisiert. Doch leider unterstützte das Wetter die Planungen in keiner Weise. So musste vom 09.-12. Mai der Kälte und teilweise dem Schneefall getrotzt werden!
In den nächsten Jahren genoss man Skiausflüge, Vereinsfahrten nach Südtirol, Teamschulungen in Grainau, Tanzveranstaltungen, Festlichkeiten anderer Vereine, Maibaumstehlen und -wieder bringen, Stefanifeier, Peter- und Paul-Feuer und natürlich das seit vielen Jahrzehnten immer noch sehr beliebte Weinfest.
In der Jahreshauptversammlung 1995 wurde Johann Reck aus Thansau zum Ersten Vorstand gewählt.
Als Ausrichter des 30. Oberbayrischen Bezirkslandjugendtages im Juni 1998 organisierte die Rohrdorfer Jungbauernschaft ein großes Bierzelt. In der darauffolgenden Woche wurde dieses noch für drei weitere Ereignisse genutzt: Am Freitag feierte die Band "Nirvana" ihr 20-jähriges Jubiläum, am Samstag konnte ein Vereinsmitglied (Staucher Andi) seine Hochzeit feiern und am Sonntag stand das 40-jährige Priesterjubiläum des damaligen Pfarrers Wolfgang Aumer an.
Ähnlich ging es im darauf folgenden Jahr weiter, als am Zementwerk ein Festzelt errichtet wurde und neben Unterhaltungsveranstaltungen auch die Ehrung ehemaliger Kreisvorstände der JB gefeiert wurde. Auch diese drei Tage konnte die Jungbauernschaft mit Erfolg organisieren und durchführen.
In diesen ereignisreichen Jahren konnten viele junge Mitglieder für den Verein gewonnen werden. Altbewährte Veranstaltungen wurden weiter ausgebaut und Neues ausprobiert.
Auch ins neue Jahrtausend wurde der Verein von Johann Reck geführt und feierte unter seiner Vorstandschaft 2001 das 50-jährige Bestehen.
Die 4-tägie Festwoche verlief abwechslungsreich mit Bieranstich, Weinfest, Festabend und Festsonntag. Neben der Rohrdorfer Blaskapelle gestalteten das „Grenzlandsextett“ sowie die „Klausfelder“ die musikalische Umrahmung.
Nach 11-jähriger Tätigkeit übergab Hans Reck nach der Wahl 2006 den Posten des Vorstands an Markus Glombitza. Die alt bewährten Veranstaltungen wie Petersfeuer, Weinfest und Kesselfleischessen, Radl-Bilder-Suchfahrt oder die Christbaumaktion entwickelten sich zu Selbstläufern.
Auch neue Projekte wurden ausgetestet, wie z.B. die "Bettlhochzeit" am 5. März 2011 (Faschingssamstag). Dank des über die Jahre gewachsenen Vereins und der Mithilfe vieler Gäste und Vereine war die Hochzeit ein großer Erfolg und sorgte für ein finanzielles Polster im Hinblick auf das anstehende 60-jährige Jubiläum.
Im Jahr 2012 stand die 60-Jahr-Feier an. Mit dem erfahrenen Festleiter Hans Reck feierte man das Vereinsjubiläum und zugleich den 44. Bezirkslandjugendtag. Während der sechs Tage war auf dem Festplatz am Turner-Hölzl mit Bieranstich, agrarpolitischem Frühschoppen und natürlich dem Festsonntag einiges geboten.
Nach dem gelungenen Jubiläumsfest und weiteren erfolgreichen Veranstaltungen entschied sich die Jungbauernschaft, zusammen mit der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft im Jahr 2014 einen Vereinsstadl zur Unterbringung des vielfältigen Inventars zu bauen. Markus Glombitza zeigte sich als bewährter Bauleiter und im August 2014 wurde der Stadl eingeweiht.
Über die Jahre wurden immer wieder Vereinsausflüge angeboten, wie z.B. zur Weinprobe nach Mittelfranken, zum Bürgerfest nach Regensburg oder die Fahrt zur Grünen Woche nach Berlin, die inzwischen schon zu den Klassikern unter den Jungbauernschafts-Ausflügen gehört.
Als erfolgreicher Erstversuch haben sich im Jahr 2017 die" Inntaler-Highland-Games" herausgestellt. Hierbei konnten sich jeweils sieben männliche und weibliche Teams in verschiedenen Disziplinen messen, wobei vor allem die Gaudi für die Teilnehmer und Zuschauer im Vordergrund stand.
Aufgrund der guten Resonanz wurde auch diese Veranstaltung in den kommenden Jahren weiter durchgeführt.
Als dann Anfang 2020 das Vereins- und Dorfleben aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt fortgesetzt werden konnte, organsierte die Jungbauernschaft Einkaufsdienste für unsere Rohrdorfer Mitbewohner, um auch weiterhin einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.
Auch diese Zeit wurde erfolgreich überstanden. In den darauffolgenden Jahren liefen die Vereinsaktivitäten wie gewohnt an und die JB-Rohrdorf steuert auf ihr 75-jähriges Jubiläum im Jahr 2026 zu.
Aus diesem Anlass wird von 13.-18. Mai 2026 im Zuge einer Festwoche der Bezirksjungbauernschaftstag ausgerichtet und ein buntes Festprogramm für Jung und Alt auf die Füße gestellt werden.
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